Das Hauptquartier von O2 in Großbritannien befinden sich in Slough. Derzeit wird LTE O2 genau dort erfolgreich getestet. Und zwar mit 150 Megabit pro Sekunde. Netzausstatter ist hier der Chinese Huawei. Für den Mutterkonzern von O2, Telefonica, ist dies nur ein kleiner Teil des Ganzen: Alcatel-Lucent, Ericsson, Huawei, NEC, Nokia Siemens Networks und ZTE sind Netzwerkausstatter, mit denen der Mobilfunkkonzern in den kommenden sechs Monaten LTE-Testprojekte fahren wird. Diese Feldversuche in Verbindung damit, Basisstationen zu errichten, betrifft die Länder Spanien, das Vereinigte Königreich, Deutschland und die Tschechische Republik als O2 sowie auch Brazilien und Argentinien, wo der Konzern unter dem Namen "Telefonica Moviles" vertreten ist. Jedoch in Deutschland ist sich O2 nicht wirklich sicher, bei der Versteigerung der verbleibenden LTE-Frequenzen über die Bundesagentur überhaupt noch zum Zuge zu kommen, auch wenn der Konzern in den letzten drei Jahren über dreieinhalb Milliarden Euro in die hiesigen Mobilfunkstrukturen investiert hat. O2 befürchtet, bei der Versteigerung nicht vielversprechend genug auftreten zu können und hatte erfolglos dagegen geklagt, dass diese überhaupt durchgeführt würde. Deutschland bietet aber O2 dennoch lukrative Chancen - der Konzern übernimmt den Anbieter Hansenet genauso wie Alice. Auch ist soeben in München mit Ericsson unter O2 ein HSDPA-Netz mit 28 Megabit pro Sekunde in Betrieb genommen worden. Bei HSDPA handelt es sich bereits um eine Blickrichtung auf LTE-Möglichkeiten, jedoch tatsächlich geht es um eine Art verbessertes UMTS-Netz. Auch kündigt O2 allen Mobilfunknutzern seines Netzes an, bei sofortiger Zusatzbuchung einer DSL-Option sechs Monate keine Grundgebühr zahlen zu müssen. Denn mit der Ahnung, dass O2 später in das LTE-Geschäft in Deutschland einsteigt als andere, heisst die Devise, entweder andere Kundenstämme zu übernehmen oder die eigenen zu halten: O2 zählt auf sogenannte "Bündelangebote". Gemeint ist: Solange O2 trotz erfolgreicher LTE-Forschungen andernorts keine Chance sieht, die vierte Generation des Internets in Deutschland angehen zu können, will der Konzern Kunden dadurch binden, gleichzeitig UTMS-Strukturen (Handy) der dritten Mobilfunkgeneration sowie Festnetzdienste im DSL-Bereich zu erschwinglichen Flatrates nutzen zu können. Deutlich gesagt heisst dies: Ein von O2 betriebenes LTE-Netz ist nicht sehr bald in Deutschland absehbar.